Indonesien 2018-19

Wieder einmal bin ich in Indonesien – wenn alles läuft wie geplant für 12 Wochen! Einer der Schwerpunkte dieser Reise wird das Schnorcheln, Tauchen und die faszinierende Unterwasserwelt sein.

Dafür habe ich mir extra eine neue Unterwasser-Fotoausrüstung zusammengestellt, die ich hier schon mal vorgestellt habe.

Diesen violetten Fransen-Drachenkopf, auch bekannt als Rhinopias, habe ich gleich beim 2. Tauchgang vor Laha gesehen.

Rhinopias hatte ich ja immerhin schon 1 oder 2 mal gesehen, Himmelsgucker aber nicht.

Himmelsgucker

Sie sind sehr selten, und normalerweise sieht man sie nur nachts (laut Tauchbasis), hier sahen wir tagsüber gleich 2. Vermutlich lag’s daran, dass es unter den Schiffen im Hafen von Laha ziemlich düster ist.

Laha, oder allgemeiner die Bucht von Ambon, ist unter Tauchern für bestes Muck Diving bekannt. Wer’s nicht kennt: meist geht man ja an schmucken Korallenriffen tauchen. Aber nach dem 177. Tauchgang an Korallenriffen möchte man auch mal was anderes sehen, und es lohnt sich! Das mit dem Muck (Schlamm) sollte man nicht zu wörtlich nehmen, meist taucht man über Sandgrund, so auch hier. In diesem Biotop leben Tiere, die es im Korallenriff nicht gibt, oder die dort so gut versteckt sind, dass man sie kaum jemals zu sehen kriegt.

Auch einen weißen Rhinopias habe ich gesehen.

Er fügt sich derart gut in seine Umgebung ein, dass man mehrmals hinsehen muss, bis man ihn erkennt. Er wirkt fast transparent. Sogar die Augen haben die gleiche Farbe.

Noch ein Skorpionsfisch: der Blattfisch. Wenn man nicht ganz so nah dran ist und ihn per Blitz beleuchtet (wie auf diesem Foto) könnte man ihn mit einem ins Wasser gefallenen Blatt verwechseln. Er macht auch genau solche Bewegungen wie ein von Brandung hin- und her bewegtes Blatt, was ziemlich behindert aussieht – gewiss nicht wie ein Fisch im Vollbesitz seiner Kräfte.

Auch Steinfische kriegt man hier öfter mal zu sehen. Es gibt sie zwar auch in Korallenriffen, aber auf dem eintönigen Sand- bzw. Schlammgrund sind sie etwas leichter zu entdecken.

Im folgenden Foto ist ein kleiner Igelfisch zu sehen, rechts dahinter ein Seeigel.

Seeigel gibt es oft viele wo die Wasserqualität schlecht ist. Da ist es wohl kein Wunder, dass es in Laha viele gibt. Ein kleines Wunder finde ich aber schon, was für farbenfrohe Prachtexemplare von Seeigeln man in dieser dreckigen Umgebung findet.

 

Gut gedeihen in dieser Umgebung auch Nacktschnecken.

Die meisten sind nur wenige cm groß, und da meine UW-Kamera nicht gerade beste Makro-Qualitäten hat, habe ich mir zum UW-Gehäuse einen Super-Macro-Converter besorgt, der hier zum 1. Mal erfolgreich zum Einsatz kam:

Hier eine Ausnahme von dieser Regel: spanische Tänzerinnen werden bis 20 cm groß.

Richtig schlammig ist es wie gesagt nicht im muck diving paradise, allerdings liegt am Strand auch und leider auch im Wasser – speziell natürlich unter dem Hafen – eine Menge Müll rum. Hierbei muss es sich wohl um einen antiken „Tauchcomputer“ 😉 handeln.

Als dann allerdings in einer meiner Tauchpausen ein massiver Müllteppich daher geschwommen kam …

… hatte ich den Dreck satt und bin stattdessen mal mit dem Boot zu einem Tauchgang am südwestlichen Rand der Ambon-Bucht mitgefahren. Schon kurz nachdem wir losfuhren begeneten wir einer großen Schule Delfine.

An diesem Tauchplatz gab es dann schon mehr Korallen und die üblichen Korallenfischlein.

Eins der Phänomene beim Tauchen sind die Zwergseepferdchen. Sie sind eine der gefragtesten Spezies unter UW-Fotografen und damit auch unter den Tauch-Guides, die das natürlich wissen. Zwergseepferdchen leben auf Gorgonien, das sind biegsame Fächer-Weichkorallen, die quer zur vorherrschenden Strömungsrichtung stehen um Plankton aus dem durchströmenden Wasser zu filtern.

Sobald ein Guide so eine Gorgonie erspechtet hechtet er hin und untersucht sie haarklein ob vielleicht ein Zwergseepferdchen drauf lebt. Manche haben zu diesem Zweck sogar extra Lupen mit dabei. Wenn er eins findet, dann klingelt er, um die Taucher um ihn herum darauf aufmerksam zu machen. Dann strömen alle hin und versuchen das Winz-Tier „optimal“ abzulichten. Da herrscht dann schon mal Gedränge …

Zwergseepferdchen werden maximal etwa 2 cm groß, aber die vielleicht 6 oder 7, die ich auf dieser Reise bisher gesehen habe, waren alle höchstens 1 cm groß, manche deutlich kleiner. So eins auch nur halbwegs formatfüllend abzulichten, während man selbst und die Gorgonie von der Strömung bewegt wird, ist schon eine Herausforderung. Man darf nicht vergessen, dass bei solchen Abbildungsmaßstäben die Schärfentiefe im Sucher extrem gering ist. Außerdem sitzt das Tier immer auf der der Strömung zugewandten Seite des Fächers. Man muss also von dieser Seite aus fotografieren, wird dabei aber von der Strömung ständig drauf hin gedrückt und muss aufpassen, nicht damit zu kollidieren.

 

 

 

 

erstellt am: 16.11.2018 | von: Wolfgang Schweitzer | Kategorie(n): Allgemein



Kommentar schreiben:

Erforderliche Felder sind mit einem Sternchen markiert *